Sonntag, 22. Mai 2011

Ich möchte (auch) als ganzheitliches Wesen betrachtet werden

Der Titel dieses Posts ist eine Schlussfolgerung, die ich für mich immer und immer wieder aus Situationen, wie ich sie überspitzt in meinem letzten Posting dargestellt habe, ziehe.
Die junge Dame dort, hat sicherlich ein Recht, sich darüber zu beschweren, von Männern nur auf ihre weiblichen Attribute und ihre Sexualität beschränkt zu werden. Ebenso hat sie ein Recht darauf als ganzheitliches Wesen wahrgenommen zu werden.
Aber auf der anderen Seite, habe ich dieses Recht als Mann nicht auch?
Ich gehöre zu de Kategorie Männer, die aufmerksame Zuhörer sind, denke ich zumindest, ein recht guter und leidenschaftlicher Erzähler, kultiviert, höflich und zuvorkommend sowie zuverlässig und ehrlich.
Alles Eigenschaften, die mich irgendwo immer zum idealen Schwiegersohn machten, nur die Töchter der potentiellen Schwiegereltern machten dieses zum Problem.
Auch wenn ich heute verheiratet bin und zwei Kinder habe, am Grundproblem hat sich nichts geändert, denn ich bin Polyamor. Warum sollte ich einer Frau, die mir etwas bedeutet mit weniger begegnen, als dem was sie verdient, mit Liebe?
Viele der von mir oben aufgezählten Charaktereigenschaften werden mir immer wieder von Frauen als von ihnen an einem Mann wünschenswert beschrieben.
In meiner eventuell etwas naiven Logik sollte mich dieses also zu einem für eine Frau erstrebenswerten potentiellem Partner machen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Es degradiert mich, wie viele andere Männer, die Frauen gegenüber denken und handeln wie ich, zum ewigen Kumpel.
Wer von meinen Lesern, jetzigen oder künftigen, hat nicht in seinem oder ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis nicht mindestens eine Freundespaarung der folgenden Konstellation:
Die schöne, von allen Männern umschwärmte, mit häufig wechselnden Beziehungspartnern und entsprechend großem (lautem) Leiden, wenn wieder einmal die aktuelle Beziehung in die Brüche geht. Dazu als Pendant, der schüchterne, ruhige Knabe, der immer für sie da ist, der sich ihres Schmerzes und ihrer Trauer annimmt, der für sie da ist, in bestem Ehegelöbnis-Sinne, in guten, wie in schlechten Tagen?
Ist diesen Damen eventuell einmal aufgefallen, daß sie dieser Knabe lieben könnte und das eventuell dieser Knabe der beste Beziehungspartner für sie wäre?
In meinem Umfeld bin dieser Knabe oft genug ich, auch wenn ich darauf hinweise und dieses früh genug, daß ich polyamor veranlagt bin. Die Zärtlichkeiten und die Anlehnungsmöglichkeit, die Wärme und Geborgenheit die ich einer Frau vermittele und ihr durchaus ein Wohlgefühl in meiner Nähe bereiten, werden gerne angenommen. Das dieses jedoch von meiner Seite auch aus einem Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität entspringt, wird dabei gerne außer Acht gelassen, wie oben beschriebene Damen das gerne mit Männern von meiner Sorte tun.
Ein extremes Beispiel dafür ist mir vor nicht all zu langer Zeit passiert. Eine Freundin von meiner Frau und mir, bei der ich von Anfang an aus meinen polyamoren Neigungen kein Geheimnis gemacht habe, und ich kamen uns näher, mit Umarmungen und Küssen und allem was dazu gehört. Meine Annäherungen wurden durchaus positiv beantwortet und waren von ihrer Seite durchaus gewünscht, soweit es die Aufwertung des eigenen Selbstwertgefühls betrafen. Das dieses, wenn nicht bei einem Mann nicht schon vorhanden, den Wunsch nach mehr weckt, ist wahrscheinlich auch für die Damenwelt nachvollziehbar. Ausgebremst was meine Ambitionen anging wurde ich dann, durch eine in ein Nebengespräch, wie zufällig, eingeflochtene Bemerkung der entsprechenden Freundin, sie habe genug (sexuelle) Angebote.
Das mag stimmen, schließlich ist sie nicht unattraktiv, der Unterschied ist jedoch, ich suche und biete nicht nur Sex. Allerdings biete ich auch nicht nur alles andere, sondern möchte eben auch in Gänze angenommen werden, also auch mit meinen erotischen und sexuellen Interessen und Wünschen. Genau so, wie viele andere, oben beschriebene, "Satelliten" auch. Der Unterschied an dieser Stelle wiederum, ich denke und fühle polyamor, meinen Partnerinnen steht es selbstredend frei, genau wie mir, weitere Partner neben mir zu haben. Wer allerdings nur auf Sex aus ist, ist bei mir falsch, allerdings auch ohne Sexualität und Erotik ist das ganze nur eine, für mich nicht erstrebenswerte Halbheit.
Wie im Eingang geschrieben, auch ich möchte als ganzheitliches Wesen wahrgenommen werden. Emotionale und intellektuelle Nähe ohne die körperliche Nähe ist für mich nur eine Halbheit. Ich möchte Frauen, die mir etwas bedeuten, in ihrer vollen Gänze, also auch mit ihrer Sexualität und Körperlichkeit erfahren, aber auch genau so von ihnen angenommen werden, also in Gänze.
Ich möchte nicht immer nur der Lückenbüßer sein. Auch ich möchte mit allen meinen Facetten geliebt werden.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Weibliche Bigotterie

Gestern erinnerte ich mich, warum auch immer, an einen Vorfall, dessen unbeabsichtigter Zeuge ich vor einiger Zeit wurde. Dabei fiel mir ein Verhaltensmuster auf, welches für unsere heutige Zeit recht typisch ist. Jedenfalls war ich im vorübergehen gezwungen mir den Diskurs zweier adoleszierender weiblicher Wesen, welche des Kleidungsstils nach zu urteilen, aus einem Umfeld stammten, das man in schönem neudeutsch heute ohne weiteres als bildungsferne Schicht bezeichnen könnte, anzuhören. Relevant ist das für die weitere Betrachtung eigentlich nicht, da sich dieses Verhalten durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht, in anderen Schichten sind halt nur die Töne etwas leiser und die Wortwahl besser.
Was ich zu hören bekam war, daß sich die eine der beiden bei der anderen recht blumenreich darüber beschwerte, die männliche Bevölkerung würde immer nur ihre sekundären Geschlechtsmerkmale zur Kenntnis nehmen. In ihren Worten: "Die As** sollen mir nicht immer auf die Ti**** und den Ar*** starren". Um das Bild meines Amüsements, beziehungsweise meiner Irritation etwas zu verdeutlichen, sollte ich vielleicht hinzufügen, daß die junge Dame in einer Art gekleidet war, die eben den Blick der Männerwelt auf genau jene Attribute lenkte, was ja durchaus üblich ist aber auch nicht in solch krasser Form. Diese mit nicht unbedingt wenig Oberweite ausgestattete junge Dame trug ein tief dekolletiertes Top und einen Minirock der haarscharf an der Bezeichnung Gürtel vorbei schrammte und im Gegensatz zu vielen anderen in solchem Outfit wirkte die Kombination bei ihr nicht unbedingt Brechreiz erregend.
Allerdings sollte man sich auch darüber im klaren sein, daß wenn man sein Angebot so präsentiert, alle Interessenten der Zielgruppe Mann darauf aufmerksam werden.
Sollte der entsprechenden Dame dieses nicht gefallen, sollte sie entweder über ihren Kleidungsstil nachdenken oder sich ein Schild um den Hals hängen auf dem steht:
"Bitte nur die Männer auf meine Ti**** und meinen Ar*** schauen, von denen ich flach gelegt werden will".
Da ich noch keine Frau mit einem solchen Schild um den Hals gesehen habe, nehme ich an, das dieses derzeit nicht unbedingt en voque ist.
Und liebe Damen, da ihr mit eurem Äußeren Werbung für Euch macht, müsst ihr nun einmal damit rechnen, daß nicht nur Eure präferierte Zielgruppe dieses wahr nimmt, sondern die gesamte Männerwelt.
Ihr selektiert die Objekte (oder Subjekte) Eurer Begierde schließlich auch nicht nach der Intelligenz oder Emotionalität, auch wenn Ihr das uns Männern immer wieder gerne glauben machen wollt. Ihr schaut nach Sixpack und Är***** nur leugnet Ihr das immer wieder gerne.

Was ich so im Netz Lese