Donnerstag, 8. Februar 2007

Ich will eine gute weiße Hexe werden und ich mache keine Rituale nackt


Hallo Ihr lieben,
eine etwas provokante Überschrift für den Start eines Blogs, oder nicht?
Aber diese Worte, so oder in ähnlicher Form haben meine Frau und ich in vielen Jahren, die wir nun heidnische Arbeit an Stammtischen betrieben haben, bei vielen Erstkontakten, von Leuten die in die Hexen- und Heidenszene eintreten wollten, gehört. Irgendwie ist es ja auch derzeit, leider immer noch, in Mode eine Hexe zu sein. Ein riesengroßes Danke an Buffy, Charmed und Co.
Für mich jedenfalls reichen die bisherigen langen Jahre, in denen ich mir diese oder ähnliche Telefonate, Mails oder andere Erstkontakte antun mußte um für mich zu beschließen, daß ich keine Stammtischarbeit im Bereich der Hexen- Heidenszene mehr machen möchte.
Denn, was bringt es, wenn jemand ruft: "Ich will anders sein als die anderen" und der oder diejenige die Bibel durch die Edda oder sonst irgend ein anderes Buch aus dem neopaganistisch/esoterischen Bereich ersetzt und meint damit sei es getan. Liebe Leute, so funktioniert das leider nicht, es hilft auch nicht wenn man sich Abends mit gefalteten Händen vors Bett kniet und zu Thor, Brigid oder (setzt bitte hier den bevorzugten Gott oder die bevorzugte Göttin eurer Wahl ein) betet. Komisches Bild, ich weiß, aber das kam mir immer bei Gesprächen mit einem weiblichen Mitglied unseres letzten Stammtisches vor Augen.
Nein, es hilft einfach nicht, den Gott, der einem wegen unserer Gesellschaft und unserer Rolle darin nicht gefällt, durch einen anderen zu ersetzen und dann zu meinen man ist ja so anders und nun ist alles besser. Wenn man nicht anfängt intensiv an sich selbst zu arbeiten und sich selbst und seine eigene Natur zu erkennen, wird man auf diesem Weg nichts erreichen und egal wie alt man ist, doch immer eine dieser in der ganzen Szene ach so verschriene Teeniehexe bleiben.
Aber es ist wohl eher die Norm, was ich da als Eingangssatz geschrieben habe und aus unserem Selbstverständnis in der Gesellschaft nachvollziehbar, wenn sich Bewerber(innen) so an uns gewand haben. Schließlich gibt es in der Hexen-/Heidenszene durchaus auch schwarze Schafe, nur wie soll man sie erkennen und was ist schwarz und was ist weiß? Doch erscheint es mir, auch aus meiner eigenen durchaus christlichen Erziehung heraus trotzdem befremdlich, wenn sich jemand an Leute wendet um von ihnen etwas zu lernen und dieses dann direkt mit Forderungen verbindet. Sollte man nicht davon ausgehen das eine Gruppe an die man sich wendet um etwas zu lernen weiß was sie tut, weil es sich bewährt hat? Und wenn dazu gehört seine Rituale nackt zu feiern, dann wird es wohl seinen Sinn haben. (Oki, mir kam es auch noch nicht in den Sinn mich zu Yule oder Imbolc nackt in die Landschaft zu stellen, aber das hat hier bei prinzipiellen Betrachtungen nicht wirklich irgendwelche Relevanz).
Aber mit den Thematiken schwarz/weiß und nackt/nicht nackt werde ich mich hier garantiert noch auseinander setzen, wenn ich meine Gedanken geordnet habe. dieser erste Artikel soll eh nur dazu dienen, mir erst einmal meinen Frust von der Seele zu schreiben.
Lange Rede krzer Sinn, ich habe jedenfalls erst einmal genug von Stammtischen, mich für Leute abzuhetzen, Ihnen naturreligiöses Gedankengut in mundgerechten Häppchen zu servieren, es sie runterschlucken zu sehen ohne das sie es verdauen. Es macht keinen Spaß sich zu engagieren, wenn als Echo nichts, aber auch wirklich nichts hängen bleibt und erst recht nichts zurück gegeben wird. Ich werde mich da lieber in Zukunft auf einzelne ausgewählte Leute konzentrieren und mal sehen ob ich da mehr Erfolg habe oder genauso enttäuscht werde.




P.S. Ich habe diesen Text aus meinem Blogversuch Heiden-Heräsie übernommen um meine wenigen Schreibversuche mal an einer Stelle zu bündeln.

Was ich so im Netz Lese