Samstag, 27. Februar 2010

Zynisches kleines Wörterbuch der Zwischenmenschlichkeit in der heutigen westlichen Kultur

Ich stoße immer wieder auf die für mich wiedersprüchlichsten Dinge im Zusammenhang mit Zwischenmenschlichem. Deshalb fasse ich mal das, was sich mir so an Begriffsbedeutungen aus dem Verhalten von Menschen untereinander so erschließt in diesem kleinen Wörterbuch hier zusammen.

  1. Ich habe mich in Dich verliebt: Heißt in der heutigen Leßart doch meist nichts anderes als: "Ich finde Dich süß, laß uns ficken"
  2. Ich liebe Dich: Bedeutet doch nur: "Ich will das Monopol auf Deine Sexualität"
To be continued..

Donnerstag, 18. Februar 2010

Polyamorie, ein Jahr danach

Vor rund einem Jahr habe ich hier den ersten Post zum Begriff Polyamorie (Polyamory, kommt drauf an, ob man es lieber deutsch oder englisch mag) hier geschrieben.
Was ist danach passiert? In diesem Blog wenig (Quod errat expectandum, schreibfaul wie ich bin), in meinem Leben viel (oder auch nicht, kommt auf die Sichtweise an). Was ich definitiv nicht habe ist ein ausgeprägteres Sexualleben, was ich sehr wohl habe ist ein ausgeprägteres, ausgeglicheneres und erfüllteres Gefühlsleben. Aber warum ist das so?
Zum einen weil ich, nachdem ich über diesen Begriff gestolpert bin, sicherlich authentischer auftrete.
Zum anderen weil ich Menschen gefunden habe, die mich so akzeptieren, wie ich bin und mich nicht zurückweisen.
Authentischer in meinem Auftreten bin ich, da ich für mich die Möglichkeit gefunden habe offen auszusprechen, was ich für einen Menschen empfinde, auch wenn es mit dem Risiko verbunden ist, das diese Gefühle nicht in der Form erwidert werden. Meiner Meinung nach sollte Liebe auch nicht danach Fragen ob sie erwidert wird. Wird denn ein Mensch weniger liebenswert (Im wörtlichen Sinne) wenn er die ihm entgegen gebrachten Gefühle nicht in der gleichen Form erwidert? Für mich nicht. In Folge davon ziehe ich mich nicht mehr verletzt zurück, wie ich es früher getan hätte, sondern schenke den Menschen, die ich für liebenswert erachte, weiterhin meine Liebe und bin für sie da, wenn sie mich benötigen.
Die Frage ist jetzt für mich, sind die, denen ich gesagt habe, daß ich sie Liebe und die mich nicht zurückgewiesen haben, bei mir geblieben, weil ich mich verändert habe und Zurückweisungen besser akzeptieren kann oder einfach weil es ganz besondere Menschen sind? Ich denke es ist eine Mischung aus beidem. Jedenfalls habe ich seit ich den Begriff Polyamorie kenne und verwende nicht mehr durch die vorher ach so vertrauten Hexenjagden gehen müssen. Es ist mir ja nun mehr als einmal passiert, das mich Frauen meinten dafür nieder machen zu müssen, weil ich ihnen meine Gefühle für sie eingestanden habe, daß ich tiefere Gefühle als nur Freundschaft für sie empfinde. Viele von ihnen konnten oder wollten einfach nicht damit umgehen, daß ich ihnen das sagte, obwohl ich verheiratet bin. Ich verweise was das angeht, hier auf den Artikel "Sei mir Treu" von Wolf Schneider im Joyclub, der eigentlich meine Vorstellung von Treue (in der positiven Definition) besser beschreibt, als ich es selber je könnte. An dieser Stelle auch mal ein großes Danke an meine (Ehe-)Frau, die mich zum einen auf den Begriff Poly aufmerksam gemacht hat und die mich auf der anderen Seite aber auch verstanden hat, so wie ich bin.
Viele Fragen werfen sich dabei aber auch für mich auf. Warum hält die breite Masse am bestehenden Konzept fest, anstatt sich für anderes zu entscheiden? Nicht zwangsläufig Polyamrie, auch andere Modelle sind denkbar. Ist es denn wirklich so schwierig anderes ins Auge zu fassen oder ist es einfach die Bequemlichkeit? OK ich mache vieles an sexuellen Begriffen fest, aber letztlich spielt diese Denkart in alle Bereiche des Lebens mit hinein. In die Politik, in unser gesellschaftliches Zusammenleben, aber das sind Dinge die für andere Posts bestimmt sind. In diesem Sinne, bis zum nächsten mal

Was ich so im Netz Lese